Foto: © Dagmar Hiller

Gibt’s ein Glück?
Gab’s ein Glück?
Ich bezweifl’ es sehr!
Gibt es ohne Sturm und Angst
irgendwo ein Meer?
Friederike Kempner 1836-1904
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Foto: © Dagmar Hiller

Gibt’s ein Glück?
Gab’s ein Glück?
Ich bezweifl’ es sehr!
Gibt es ohne Sturm und Angst
irgendwo ein Meer?
Friederike Kempner 1836-1904
diesen Satz habt ihr sicher auch schon gehört. Vielleicht auch selbst schon – ohne es vielleicht auch so zu meinen – dahergesagt. Weil man im Moment so froh und dankbar war, dass einem in der Not geholfen wurde. Und man möchte sich revanchieren mit: sag’ auch du Bescheid, wenn du mich brauchst…
ja und was passiert, wenn man nun wirklich auf dieses Angebot zurückgreift? Weil man diesen Satz ernst nahm und bei dem Menschen anfragt hat der ihn gesagt hat?

Was ich jedem wünsche… dass so ein ‘sag Bescheid’ wirklich von Herzen kommt oder kam. Dass man auf diese Hilfe/ Unterstützung wirklich zurückgreifen darf. Dass man sich ohne schlechtes Gefühl bei dem Menschen melden darf und sagen kann: du, es wär’ jetzt soweit, kannst du mir mal helfen?
Es geht da ja sicher nicht um Sachwerte oder sonstige materiellen Bitten. Nein, das sicher nicht. Es sind vielmehr die kleinen Dinge des Alltags, die so hilflos machen können. Vielleicht ein Umzug, oder man braucht jemand mit Auto für einen Transport und trotzdem…
wer hat nicht schon die Erfahrung gemacht, dass er dann weiter geschickt wurde? Sicher auch nicht wenige. Mit dem lapidaren Satz: ach ich hab gerade so wenig Zeit, ruf doch die oder den mal an, vielleicht kann er/ sie dir weiterhelfen.
Und man spürt so deutlich die ‘Unehrlichkeit’ und das ‘keine Lust’ hinter diesen Worten…
Da fühlt man sich dann doch etwas komisch. Fast ist einem peinlich, weil man angefragt hat. Als ob man einen grossen Fehler begangen hätte, so ist das ungute Gefühl. Dabei hat man doch nur dieses ‘sag Bescheid’ ernst genommen und braucht nun ebenfalls Unterstützung.

Einer Freundin ist das neulich tatsächlich so passiert. Sie war in einer äußerst unglücklichen Situation und hat diesen gedankenlos daher gesagten Satz tatsächlich für bare Münze genommen. In ihrem Fall hörte sie: du kannst mich ruhig anrufen, wenn du Hilfe brauchst. Ja, und die brauchte sie nun wirklich.
Was war? Abgelehnt und weitergeschickt. Der Schlüsselsatz: beim nächsten Mal kannst du auch gleich die oder jene Person anrufen, ich bin immer so beschäftigt… pffftt, das saß! Tut weh das zu hören!
So und nun? Enttäuscht und frustriert war sie und ihr erster Gedanke war: sollte diese Person bei mir anrufen und mich meinerseits mal wieder um Hilfe bitten – ganz bestimmt kommt nichts mehr von meiner Seite!
Aber wäre das denn richtig? Wie sollte man sich verhalten wenn der Fall geschieht? Im ersten Moment denkt man sicher: na toll, du hast mich damals so hängenlassen, jetzt revanchiere ich mich und handle genau so. Das ist menschlich.
Aber genauso gleichgültig und vergesslich sein? Nein! Und vielmals nein! Wenn man Gleiches mit Gleichem zurückgibt, befriedigt man nur seine negativen Emotionen. Aber wäre das so in Ordnung? Ich denke nicht. Auch wenn man sich mächtig geärgert hatte und sehr verletzt war.
Der Hilferuf war vielleicht im falschen Moment zur falschen Zeit. Wir sind ja nicht immer gleich gelaunt und ausgeglichen. Vielleicht war es einfach nur dieser Zufall, damit man mal darüber nachdenkt – was würde ich denn tun – wenn…

ich habe entschieden: sollte ich das erleben, ich helfe und vergesse was war. Denn auch zu mir kann ja tatsächlich im falschen Moment eine Bitte kommen und ich habe gerade dann absolut keine Zeit, selbst wenn ich wirklich gerne helfen wollte…
Fotos: © Dagmar Hiller
man sieht den Hauptanteil vom Glück
beim überlegten Rückwärtsblick.
Die Gegenwart klagt unverhohlen:
Ein Dieb hat mir das Glück gestohlen.
Bedauerlich ist diese Sicht,
da sie meist klagend zu uns spricht.
Sie liebt und herzt vergang’ne Tage
und nennt das Heute: eine Plage.

Foto: © Dagmar Hiller
Das Glück von Gestern sieht man heut’.
Und gestern hat uns das gefreut,
was vor-vorgestern vorgefallen.
Das hört man leider von uns allen.
Das Glück im Hier und Jetzt bleibt Traum.
Es kommt vorbei, man merkt es kaum.
Die Gegenwart wirkt wie ein Riegel
und Glück gibt’s nur im Rückwärtsspiegel.
© Roman Herberth

Foto: © Dagmar Hiller
So viel gibt’s, was beglücken kann
und Freude macht entstehen,
es kommt auf Herz und Augen an,
daß sie, was Glück ist, sehen.
Johannes Trojan 1837-1915
Der heilende Weg in die eigene Mitte, ein Heiler-Schnuppertag im “Sonnenhaus” von Nicole Carina Fritz
Es ist Sonntag früh auf der Schwäbischen Alb.

Zu dritt sitzen wir in der Küche in Dagmar Hillers “Sonnenhaus” und trinken frischen Pfefferminztee aus Blättern, die Dagmar Hiller im eigenen Garten gesammelt hat.
Hinter uns liegt eine einstündige Fahrt von Stuttgart sowie ein steiler Anstieg nach St. Johann, vorbei an einem Land-Gasthof, wo Sonntags vor allem Touristen einkehren, um sich Spezialitäten vom Albbüffel schmecken zu lassen.
Wir haben uns zu einem Schnupper- und Übungsseminar für Heiler angemeldet. Außer Armin – dem Fahrer – und mir, einer Journalistin im Selbstversuch – ist noch eine weitere Teilnehmerin dabei: Ariane, eine jung gebliebene Ernährungsberaterin.
Wir sind gespannt, was auf uns zukommt und obwohl Armin bereits im zweiten Teil seiner Heilerausbildung steckt und oft zu Dagmar Hiller kommt, kann er meine drängenden Fragen nicht beantworten.

Fotos: © Dagmar Hiller
Jeder Heilertag sei anders und man wisse nie genau, was einen im Detail erwartet, sagt er ein bisschen lapidar. Und was soll er auch sonst sagen, wenns denn so ist?
Lange Zeit fürs Grübeln bleibt jedenfalls nicht: In Puschen gehen wir nach oben, tauschen Hausschuhe gegen dicke Wollsocken und jeder sucht sich seinen Lieblingsplatz in einem der lichtdurchfluteten Seminarräume.
Ich fühle mich so richtig willkommen: In die Mitte unses Kreises hat Dagmar Hiller eine goldene Kerze gestellt und üppig duftige Rosenblüten-Blätter gestreut. Das Kerzenlicht und die rosenroten Blüten sorgen für eine besondere, heimelige Atmosphäre …
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