wie beginnst du deinen Tag, springst du aus dem Bett und bist da? Oder drehst du dich nochmal um und brummelst etwas wie: Sch…tag? Oder begrüsst du freundlich deine Sorgen: Hallo Leute, seid ihr auch schon wach?
Ich beginne meinen Tag mit dem Gedanken:
guten morgen Zukunft, ich öffne alle meine Sinne für dich!

Und dann stelle ich mir vor, wie mir der kommende Tag ungeahnte Geschenke macht. Vielleicht sehe ich mich, wie ich anstehende Aufgaben einfach löse, oder wie ich in einem Gespräch freundlich, sicher und konzentriert meine Ideen erfolgreich präsentiere …
Es gibt so viele, winzig kleine, oft als selbstverständlich hingenommene Dinge, die an einem einzigen Tag passieren können.
Alles ist möglich, wenn man wach und aufmerksam durch den Tag geht!
Und ich finde es gut, dass man nicht schon vorher weiß, was kommt.
Man kann sich doch so schön freuen, wenn einem Ungeahntes begegnet oder geschieht.
Selbst in vermeintlich Negativem, lässt sich etwas Postives finden.
Wie zum Beispiel: ein Problem habe ich heute ganz anders als sonst gelöst: ich fühlte mich sicher, war deutlich gelassener und ruhiger! Wächst dann nicht ein bisschen Stolz in einem? Man war ja sonst eher flattrig oder hatte ein flaues Gefühl. Ist sowas nicht ein fantastisches Geschenk? Dieses Postive aus dem Negativen gewachsen gibt Kraft, Vertrauen und auch Zuversicht.


Fotos: © Dagmar Hiller

Und da ja niemand weiß, was einem am heutigen Tag so geschehen kann, sage ich mir jeden Morgen: guten morgen Zukunft, ich bin bereit und offen für alles, was du mir heute präsentierst und sage jetzt schon mal: DANKE!

Von Dagmar Hiller, 15. Dezember 2014, 18:06 Uhr

ich wachse lang und dünn, doch niemals aus der Erden:
kann auch dergleichen Stamm bei uns gefunden werden?


Foto: © Dagmar Hiller

Hab’ keine Wurzel nicht, spross’ aus des Himmels Feld,
mich kennt ein jedes Kind und kauft mich ohne Geld.
Der Eiszapfen!
Georg Philipp Harsdörffer 1607-1658

Von Dagmar Hiller, 12. Dezember 2014, 14:33 Uhr

mehr in den Himmel kommen!
Als der erste Advokat einst in den Himmel kam, ging er sogleich zu Johannes dem Täufer und sagte:
‘wie ich sehe, ist der Sankt Petrus, der seinen Herrn verleugnete, hier Pförtner. Lieber Johannes, diesen Posten müsstet Ihr doch eigentlich haben. Denn Ihr seid doch der leibhaftige Vetter unseres Herrn! Und Ihr habt dem Erlöser Euer Leben lang die Treue gehalten; Euretwegen hat kein Hahn zu krähen brauchen. Außerdem hat man Euch um der Wahrheit willen’ das Haupt abgeschlagen. So kommt es doch allein Euch zu, Herr der Himmelspforte zu sein’.
‘Du magst wohl recht haben’, antwortete Sankt Johannes, ‘aber daran ist nichts mehr zu ändern, denn unser Vertrag ist nun einmal so abgeschlossen’.
‘Deshalb braucht er aber doch nicht so zu bleiben. Einen Vertrag kann man umstoßen!
‘Unseren aber nicht.’
‘Ein Advokat bringt auch das fertig.’
‘Und was wäre dann zu tun?’

‘Wir müssten einen Prozess anstrengen.’
Der Advokat suchte in den Himmelsakten nach den nötigen Schriftstücken, und so bekam Sankt Petrus am folgenden Tag einen langen Brief, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass man mit ihm prozessieren wolle. Und obwohl nun Sankt Petrus das, was der Advokat schrieb, nur zur Hälfte begriff, erkannte er doch, dass die Sache für ihn nicht besonders günstig stand. Die Nacht ist jedoch ein guter Ratgeber, und so sandte Sankt Petrus am anderen Tage folgenden Brief an Johannes den Täufer: ‘Lieber Bruder! Was du mir alles in deinem Brief mitteilst, scheint mir nicht stichhaltig und ganz unbegründet, und es wäre mir ein leichtes, alles zu widerlegen. So wollen wir es denn auf einen Prozess ankommen lassen. Doch werden wir uns noch ein wenig gedulden müssen, denn du hast deinen Anwalt ja schon gefunden; so müssen wir warten, bis ein zweiter in den Himmel kommt, der meine Sache vertritt.’


Fotos: © Dagmar Hiller

Seitdem aber passt Sankt Petrus gut auf, dass kein zweiter Advokat in den Himmel kommt. Klopft einer an die Himmelspforte, so ruft er mit Donnerstimme:
Advokat? In die Hölle mit dir!
aus den Niederlanden

Von Dagmar Hiller, 6. Dezember 2014, 18:07 Uhr

und die, die es noch werden wollen ;-)

Das Alter.
Ewig fliegt man nicht als Falter,
eines Tages kommt das Alter.

Aus dem Falter wird die Falte,
aus dem Schnucki wird die Alte.
Aus dem Jüngling wird der Greis,
ewig ist nur der Verschleiß.

Gestern noch mit flotten Flügeln,
heute sind die Runzeln da.
Da hilft kein kosmetisch bügeln,
da hilft keine AOK.

Wer mit flinkem Fuß gewippt hat,
schlurft nun – mit knarrendem Gelenk.
Und Du merkst auf einmal deutlich:
man ist älter als man denkt.

Auf des Lebens grüner Wiese
ist das duftige Gras gemäht,
abseits jeder Jugendkrise
lebt man funkstill und Diät.


Fotos: © Dagmar Hiller

Soll man flennen nun und jammern,
weil man nunmehr ausgeschirrt,
soll man sich an früher klammern,
weil man täglich klammer wird?

Ist in dieser engen Runde
auch die Welt nicht mehr so bunt,
Freundchen auch die Abendstunde
hat noch manchmal Gold im Mund

Sei vorm Alter nicht so feige,
ändre einfach dein Programm.
Spielt man nicht mehr erste Geige,
bläst man eben auf dem Kamm.
Verfasser unbekannt

Von Dagmar Hiller, 25. November 2014, 18:22 Uhr

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus;
alles fällt in Sinnen.


Foto: © Dagmar Hiller

Leiser wird die Hand, der Mund,
stiller die Geberde.
Heimlich, wie auf Meeresgrund,
träumen Mensch und Erde.
Christian Morgenstern 1871-1914

Von Dagmar Hiller, 22. November 2014, 11:36 Uhr