sie braucht einen Platz, auf dem sie steht;
sie braucht einen Freund, der mit ihr geht.

Sie braucht ein Tun, das sie täglich erfreut;
sie braucht die Stille, Besinnlichkeit.

Sie braucht Musik, die empor sie hebt,
sie braucht Freude, solang’ sie hier lebt.

Sie braucht den Fortschritt, das Wachstum, den Geist;
sie braucht ein Lied, das Vollkommenheit heißt.


Fotos © Dagmar Hiller

Sie braucht der Liebe wärmendes Kleid;
sie braucht den Friede, die Heiterkeit.

Sie braucht eine Zeit, die dem Schöpfer sie weiht;
zum Horchen und Ahnen der Ewigkeit.
unbekannt

24. April 2016, 12:55 Uhr

die Intelligenz der Vögel begeistert mich, schon immer. Ich hatte, wo immer ich auch wohnte, das Glück der Möglichkeit, ein oder mehrere Vogelfütterstellen anzubringen. Wie auch hier, der Zwischenstation nach der letzten Eigenbedarfskündigung. Wenn meine frustrierte Vermieterin nicht geade wieder mit Händen, Tüchern oder Sonstigem wedelnd auf ihrem Balkon steht um die Vögel zu verscheuchen, kann ich sie auch hier beobachten.

So entstehen auch die wunderschönen Nahaufnahmen, die ich mit dem Teleobjektiv mache. Manche der Meisen, das ist der Hauptanteil meiner Besucher, sind schon fast zutraulich. Sie bleiben sitzen und beobachten mich, wenn ich mich ihnen langsam nähere. Und picken dann weiter, wenn sie mich erkannt haben. Manchmal bin ich so nahe, dass ich die Federchen zählen kann.

Seit etwa einem Monat bekomme ich Besuch von einem Buntspecht. Ein junges Männchen, die schwarze Haube hat noch kleine rote Flecken. Er hat das mit Erdnüssen gefüllte Futterhaus entdeckt.


Text & Fotos © Dagmar Hiller

Ab dem Moment hatte ich ihn mehrmals täglich als Dauergast. Bis zum letzten Sonntag. Das Futterhaus war leer, ich wollte es wieder füllen. Nicht mehr möglich, der Specht hat es kaputt getackert! Er hat das Drahtgeflecht Lötstelle für Lötstelle ganz systematisch aufgehackt. Erst die hinteren Teile, sodass sie nach innen abstanden. Dann hat er die Querdrähte auseinandergebogen, so konnte er sich die ganze Erdnuss herausholen und ist damit davon geflogen.
Was für ein intelligenter Vogel, fast, als könnte er kombinieren …

In der letzen Woche hat er sich dann ein Loch in das morsche Holzgeländer des Balkons gehackt. Dort hat er die Erdnuss hineingesteckt anschliessend nach Spechtart, wieder herausgehackt und verspeist.

Nun … das Häuschen lässt sich nicht mehr füllen, die Löcher sind zu gross, alle eingefüllten Erdnüsse fallen wieder heraus. Und zurückbiegen lässt es sich nicht.
Ich habe Kontakt mit der Firma, bei der ich das Haus gekauft hatte, aufgenommen, um eine Lösung gebeten. Das Futterhaus, als stabil beschrieben, sollte auch einem Spechtschnabel standhalten. Es wird ja für alle Vögel angeboten.

Gestern war der schöne Specht wieder da, wollte sich leckere Erdnüsschen holen. Doch er kam nicht allein … er brachte seine Partnerin mit. Zwei Spechte so nahe, das habe ich noch nie gesehen.
Leider war die Kamera nicht in Reichweite …

21. April 2016, 11:21 Uhr

Vertrauen – statt Zweifel …
Hoffnung – statt Verzweiflung …
Gelassenheit – statt atemloser Hast …
Konzentration – statt Zerstreutheit …
Mut – statt Angst …
Zuversicht – statt Resignation …


Text & Foto © Dagmar Hiller

Sensibilität – statt Taktlosigkeit …
Empathie – statt Gefühllos sein …
Glücklichsein – statt Traurigkeit …
Zukunft – statt Vergangenheit …

jeder Moment deines Lebens ist lebenswert …
wenn du mit wachem Blick durchs Leben gehst,
werden dir Glück und Freude begegnen können …

18. April 2016, 15:50 Uhr

nach einer wahren Begebenheit.
Eines Tages kamen einige Schüler zum alten Zenmeister.
“Meister,” fragten sie, “was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du.”

Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: “wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.”

Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: “bitte werter Meister, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was also, ist dein Geheimnis?”

Es kam die gleiche Antwort: “wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.”


Fotos © Dagmar Hiller
Die Unruhe und den Unmut seiner Schüler spürend, fügte der Meister nach einer Weile hinzu:
“sicher liegt auch ihr und ihr geht auch und ihr esst. Aber während ihr liegt, denkt ihr schon ans Aufstehen.
Während ihr aufsteht überlegt ihr, wohin ihr geht und während ihr geht fragt ihr euch, was ihr essen werdet.
So sind eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo ihr gerade seid.
In diesem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt.
Lasst euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.”

5. April 2016, 10:57 Uhr

sieh, meine Seele ist wie eine Taube,
so leichtbeschwingt und weiß und federweich.
Und ganz erfüllt von Zärtlichkeit und Glaube.
Ein lichter Bote aus dem höhern Reich.


Foto © Dagmar Hiller

Und meine Seele ist wie eine Wildnis,
wo Geister lauern, Dunkles sich versteckt.
Doch hütet sie zu tiefst das reine Bildnis
der Taube, die kein Schmutz und Sünd befleckt.
Francisca Stoecklin 1894-1931

29. März 2016, 10:48 Uhr