ein jeder erlebt es irgendwann in seinem Leben:
eine erschütternde Nachricht, ein Vorkommnis, ein ‘blauer’ Brief. Das Gefühl, der Boden tut sich unter einem auf und man stürzt ins bodenlose der Angst. Nicht zu wissen: wie geht es weiter, nicht zu wissen: was wird aus mir. Die heftig flatternde Angst, das flaue Gefühl in der Magengegend, die zitternden Knie und die gnadenlose Schwärze der Furcht, die sich durch nichts vertreiben lässt.

Ich bin schon mehrmals im Leben in einer solchen Situation gewesen. Das, was ich hier beschreibe, sind die Gefühle die mich erfasst hatten. Die mich gebremst und kopflos werden liessen. Kein klarer Verstand mehr, nur noch Leere im Hirn. Bis man zur Vernunft kommt, sind schon viele panische Fehler passiert. Aktionen, wo ich mir hinterher sagen musste: wie konnte ich nur! In meiner Angst hatte ich mir selbst ein Bein gestellt.

Auch heute erlebe ich das ab und zu, es gehört wohl mit zum Lebensweg. Doch Erfahrungen lassen den Menschen reifen, lassen ihn das Geschehen nüchterner betrachten. Man reagiert nicht mehr so spontan, denkt eher nach und wartet ab. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird sagt man.
Das stimmt.

Erstmal die Angst zulassen, finde ich. Man sollte sich abreagieren, die Spannung rausnehmen. Das geht sehr gut indem man sich sportlich betätigt, egal wie das Wetter ist. Die Angst wird durch Anstrengung abgebaut. Dabei ist wichtig, dass der Angstgedanke nicht zugelassen wird, sonst steigert man sich weiter hinein.


Fotos: © Dagmar Hiller
Ich gehe laufen, konzentriere mich auf das, was ich sehe. Den Himmel, die Wolken, die Bäume, usw. Betrachte es genau, sehe die Einzelheiten. Wolken z. B. haben Gesichter oder stellen etwas dar. Es ist spannend, weil sie sich ständig verändern. Immer etwas Neues bilden. Das kann ich doch auch! Aus dem beängstigendem Alten bilde ich etwas Neues. Durch das schnelle laufen habe ich mich schon gut abreagiert. Dann suche ich mir einen ruhigen Platz. Eine Bank oder setze ich mich irgendwo ins Gras. Auch in einer Stadt gibt es Bänke, in Parks zum Beispiel. Es geht also überall.

Dann mache ich es wie in der Problemlösung (Blog Feb.2013) beschrieben. Ich schaue mir in meiner Angst zu und betrachte mich in meiner Situation, mit meiner Schwierigkeit. Aber ich bewerte mich nicht. Ich sehe und verstehe meine Panik und versuche nun das ganze neu zu gestalten. So, wie es für mich die beste Lösung wäre. Und ich bin voller Vertrauen, dass sich alles so verändert wie ich es mir vorgestellt habe.

Vielleicht klappt das bei dir nicht sofort, aber probiere es immer wieder. Ignoriere deine Angst und lösche deine Panikgedanken, es gibt für alles eine Lösung. Ich habe bis heute mit dieser Technik immer etwas Neues entdeckt und konnte so dann zuversichtlich nach vorn schauen. Und tatsächlich, eine Lösung erscheint immer.
Die gibt es auch bei dir, hab Vertrauen!

Von Dagmar Hiller, 19. Mai 2013, 18:16 Uhr

Weisse, erwachte Kirschenbäume,
dahinter ein Kranz frischrankender Lärchen,
darüber ein Himmel voll blauer Träume -:
O Welt, o Herz! Ist das nicht der Frühling?


Foto: © Dagmar Hiller

Und eine Seele, gestimmt zum Singen,
und eine Sehnsucht, selig zum Sterben,
und eine Liebe, reich zum Zerspringen -:
Herz, das ist der wahrhaftige Frühling!
Karl Ernst Knodt 1856-1917

Von Dagmar Hiller, 16. Mai 2013, 13:42 Uhr

Es war einmal eine kleine Frau, die einen staubigen Feldweg entlanglief. Sie war offenbar schon sehr alt, doch ihr Gang war leicht und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.
Bei einer zusammengekauerten Gestalt, die am Wegesrand saß, blieb sie stehen und sah hinunter. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Decke mit menschlichen Konturen.
Die kleine Frau beugte sich zu der Gestalt hinunter und fragte: “Wer bist du?”


Fotos: © Dagmar Hiller
Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. “Ich? Ich bin die Traurigkeit”, flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war. “Ach die Traurigkeit!” rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen. “Du kennst mich?” fragte die Traurigkeit misstrauisch. “Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal, hast du mich ein Stück des Weges begleitet.”

“Ja aber…”, argwöhnte die Traurigkeit, “warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?”
“Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?”
“Ich…, ich bin traurig”, sagte die graue Gestalt.

Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. “Traurig bist du also”, sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. “Erzähl mir doch, was dich so bedrückt.”
Die Traurigkeit seufzte tief.
“Ach, weißt du”, begann sie zögernd und auch verwundert darüber, dass ihr tatsächlich jemand zuhören wollte, “es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest.”

Die Traurigkeit schluckte schwer.
“Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: ‘Papperlapapp, das Leben ist heiter.’ und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: ‘Gelobt sei, was hart macht.’ und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: ‘Man muss sich nur zusammenreißen.’ und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: ‘Nur Schwächlinge weinen.’ und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen.”
“Oh ja”, bestätigte die alte Frau, “solche Menschen sind mir auch schon oft begegnet…”

Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen.
“Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu.”
Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.

“Weine nur, Traurigkeit”, flüsterte sie liebevoll, “ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr Macht gewinnt.”
Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: “Aber…, aber – wer bist du eigentlich?”

“Ich?” sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd. “Ich bin die Hoffnung.”
aus: weise Geschichten

Von Dagmar Hiller, 11. Mai 2013, 17:18 Uhr

Das Thema im Mai: ‘wie im Innen, so im Aussen’
der einfache Weg zu kraftvoller Energie und innerem Frieden

Mittwoch 8. Mai von 18.30 bis 20.30 Uhr


Foto: © Dagmar Hiller

So wie ich mit mir umgehe, würde ich so auch mit anderen umgehen? Sicher nicht!
Erwarten wir nicht immer von uns, dass wir wie auf Knopfdruck funktionieren? Geht das mal nicht, behandelt man sich nicht gerade freundlich. Lernen Sie verstehen, dass Sie nicht immer wie ein Uhrwerk laufen können. Auch eine Uhr bleibt manchmal stehen!

Innere Unruhe überträgt sich ins Aussen, lässt den Menschen gestresst und ungeduldig sein. Man wirkt auf andere angespannt und unfreundlich.
Wie man es schafft innerlich ruhiger zu werden und auch zu bleiben … eine kurze Einführung bekommen Sie am 8. Mai.

Ausführlicher arbeiten wir mit diesem Thema im Seminar:
‘Sonnentage für die Seele’ 16. Juni von 10 bis 16 Uhr

Nicht nur stilles Beieinandersitzen, sondern auch aktives erarbeiten eines spannenden Themas gehört mit zu meinen Meditationsabenden … und als Krönung des Abends natürlich:
eine meiner gechannelten Meditationen.

Kommen Sie vorbei und machen Sie mit, das Ergebnis ist gefühlte Leichtigkeit und innerer Frieden.
Ich freue mich auf Ihr Kommen …

Sollten Sie selbst kein Interesse haben, bitte geben Sie diese Einladung an Ihre Freunde, Kollegen oder Bekannte weiter. Es gibt in Ihrem Umfeld sicher Menschen, die genau so etwas wie diese monatliche Energietankstelle suchen.
Danke und …
auch wer noch nie meditiert hat, ist von Herzen willkommen!
Unkostenbeitrag pro Person 25.- Euro
Nur mit Anmeldung: 07122. 50 69 770 oder info@dagmarhiller.de

Von Dagmar Hiller, 23. April 2013, 22:16 Uhr

nun ist er endlich kommen doch
in grünem Knospenschuh;
“er kam, er kam ja immer noch,”
die Bäume nicken sich’s zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
nun treiben sie Schuß auf Schuß;
im Garten der alte Apfelbaum,
er sträubt sich, aber er muß.

Wohl zögert auch das alte Herz
und atmet noch nicht frei,
es bangt und sorgt: “es ist erst März,
und März ist noch nicht Mai.”


Fotos: © Dagmar Hiller
O schüttle ab den schweren Traum
und die lange Winterruh:
es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.
Theodor Fontane 1819-1898

Von Dagmar Hiller, 9. April 2013, 09:23 Uhr