und plötzlich sind sie da, die Erinnerungen.
Ich freue mich darüber, sie sind für mich etwas wunderschönes.
Und sie kommen oft so völlig überraschend …

man riecht etwas und plötzlich hat man die Erinnerung an früher, an ein Erlebnis oder an einen Menschen.
Man hört ein Musikstück von früher, vielleicht als man noch Teenie oder schon ein junger Erwachsener war …
und da ist sie, die Erinnerung: das Konzert in dem man vor diesen vielen Jahren war. Mit diesem daran denken beginnt eine Kettenreaktion,
man erinnert sich … der Mensch, der neben einem stand oder saß, fällt einem wieder ein. Man erinnert sich sogar an das Aussehen, an sein Lächeln, seine Begeisterung.
Sie war so ansteckend, dass man mitgerissen wurde. Vieles andere von diesem Abend fällt einem noch ein. Und plötzlich – ist sie da, die gute Laune. Man summt ein Lied der Gruppe, die so begeistert hat, singt es vielleicht erst leise, dann aus vollem Hals, tanzt dazu, was für ein fantastischer Moment!
Wir brauchen diese Art der Erinnerung. Sie macht uns frei, froh und gibt uns Leichtigkeit.
Doch leider erinnern wir Menschen uns ja eher an das Schlechte, als an das Gute. Aber es war nicht alles schlecht!
Man kann das positive Erinnern trainieren, das habe ich mir beigebracht und kann es nur empfehlen.
Wenn ich merke, dass meine Laune schwankt, suche ich mir bewusst eine schöne Erinnerung.
Eine, die mich aussergewöhnlich glücklich gemacht hat, oder mich zum Lachen gebracht hat und Schwupps, saust meine schlechte Laune aus dem Keller in den Himmel ;-)


Foto: © Dagmar Hiller

Fang doch auch damit an, vielleicht sogar jetzt gleich?
Es geht recht einfach. So habe ich auch begonnen, zum Beispiel mit einem Geruch.
Nimm eine Rose, auch wenn sie schwach duftet, sie duftet. Und dann versuche dich zu erinnern, was verbindet dich mit dem Duft, was fällt dir dazu ein. Ein Urlaub, oder ein Mensch, ein Erlebnis vielleicht?
Lass deine Erinnerungen frei, lass sie uneingeschränkt laufen, sie zeigen dir die schönen Momente deiner Vergangenheit, die zu diesem Rosenduft gehören …
deine Erinnerung macht dich weich, glücklich, friedlich, sie schenkt dir im Heute einen wunderbaren Moment …
oder vielleicht sogar einen ganzen langen Tag …

Von Dagmar Hiller, 21. Juli 2014, 19:16 Uhr

Rötlich dämmert es im Westen,
und der laute Tag verklingt,
nur dass auf den höchsten Ästen
lieblich noch die Drossel singt.

Jetzt in dichtbelaubten Hecken,
wo es still verborgen blieb,
rüstet sich das Volk der Schnecken
für den nächtlichen Betrieb.

Tastend streckt sich ihr Gehörne,
schwach nur ist das Augenlicht,
dennoch schon aus weiter Ferne
wittern sie ihr Leibgericht.

Schleimig, säumig, aber stete,
immer auf dem nächsten Pfad,
finden sie die Gartenbeete
mit dem schönsten Kopfsalat.

Hier vereint zu ernsten Dingen,
bis zum Morgensonnenschein,
nagen sie geheim und dringen
tief ins grüne Herz hinein.


Fotos: © Dagmar Hiller

Darum braucht die Köchin Jettchen
dieses Kraut nie ohne Arg,
sorgsam prüft sie jedes Blättchen,
ob sich nichts darin verbarg.

Sie hat Furcht, den Zorn zu wecken
ihres lieben gnädgen Herrn,
Kopfsalat, vermischt mit Schnecken,
mag der alte Kerl nicht gern.
Wilhelm Busch 1832 – 1908

Von Dagmar Hiller, 17. Juli 2014, 17:44 Uhr

wenn es so laut ist um mich herum, wenn Hektik und Anforderungen mich drehen lassen wie einen alten Brummkreisel, dann brauche ich zum Ausgleich Stille.
Die zu finden ist oft nicht möglich, wenn das Leben um einen herum pulsiert. So hole ich mir die Stille aus mir. Eins meiner inneren Bilder ist diese versteckte Bank, die ich auch in der Wirklichkeit aufsuche.
An diesem Ort ist es so still, dass ich die Stille hören kann.


Fotos: © Dagmar Hiller
Habe ich Zeit, laufe ich dort hin und gehe in eine meiner langen Tiefen-Meditationen.
Fehlt mir die Zeit, habe ich gelernt parallel zum Alltag die Stille mit einem inneren Bild in mir wachsen zu lassen. Am Anfang kippt man gern, weil die Geräusche um einen herum ablenken. Doch mit Geduld und genügend Training geht es, und man bleibt in sich.

Du könntest diese Art des Rückzugs ja einmal versuchen, es gibt viele schöne Orte mit stillen, verwunschene Bänken.
Geh dir eine Bank suchen und hast du sie gefunden probiere aus, ob du geschützt dort sitzen kannst. Oder vielleicht kennst du ja schon ein schönes Plätzchen, dann stell es dir mit deinem inneren Sehen vor:

“In meinem Denken und Fühlen sitze ich auf meiner Bank.
Ich spüre die warme Lehne an meinem Rücken, ich rieche das Holz. Ein trockener, sonniger Geruch. Von der Sonne aufgeheizt die Sitzfläche, auf der ich mich niedergelassen habe.
Nun lege ich meine Handflächen auf den Sitz, spüre das angewärmte Holz unter meinen Händen.
Fühle die Ruhe, die ich dadurch aufnehme und die sich auf meinen gesamten Körper überträgt. Spüre, wie Frieden in mir aufsteigt, sich ausbreitet. In mir ist nichts mehr, nur Stille.
Die sich nun in Liebe verwandelt und in grenzenlose Weite …
ich lasse geschehen, ich spüre mich …
Ich Bin!”

Vor vielen Jahren habe ich diese Art der Regeneration während meiner Ausbildungszeit gelernt. Habe sie vereinfacht und gebe sie heute in einer Alltagstauglichen Form an meine Schüler weiter.
Zwischen den Behandlungen an meinen Praxistagen habe ich sehr wenig Zeit zum Ausruhen. Diese Kurzform der Tiefenentspannung zwischen den Terminen reicht aus, mich erfrischt, gestärkt und voller Energie dem nächsten Klienten widmen zu können.

Einen kleinen Eindruck des inneren Aufbaus bekommt man in meinen Workshops, da üben wir diese Kurzform des Rückzugs.
Klappt bei fast jedem schon das erste Mal.

Von Dagmar Hiller, 11. Juli 2014, 17:35 Uhr

in Sommerbäder
reist jetzt ein jeder
und lebt famos.
Der arme Dokter,
zu Hause hockt er
Patientenlos.


Foto: © Dagmar Hiller

Von Winterszenen,
von schrecklich schönen,
träumt sein Gemüt,
wenn, Dank der Götter,
bei Hundewetter
sein Weizen blüht.
Wilhelm Busch 1832-1908

Von Dagmar Hiller, 9. Juli 2014, 11:45 Uhr

etwas zu verändern!
Viele Menschen schauen eher auf das, was andere machen. Finden das schöner, großartiger, gelungener, fantastischer, genialer, usw.
Und messen dann das eigene Sein oder Tun an der Leistung der anderen.
Die eigene Person wird eher kritisch betrachtet. Das man selbst genauso wertvoll ist, wird ignoriert.
Bei anderen wird anerkannt, gelobt oder bewundert.
Bei einem selbst sieht man alles als selbstverständlich an, das erwartet man von sich. Selten wird darüber nachgedacht wie schwierig es oft ist, mitzuhalten.
Im Gegenteil.
Da wird sich mit den anderen verglichen, wie unbeschwert oder geschickt die sind und für sich selbst hat man nur Kritik. So erzeugt man  Selbstzweifel, Unzufriedenheit und sieht sich irgendwann als wertlos. Man wird regelrecht aggressiv mit sich selbst, straft sich mit Verboten und mehr.


Fotos: © Dagmar Hiller

Um den Selbstwert anzuheben wird die eigenen Messlatte nun höher gehängt. Und höher. Und noch höher. Und verzweifelt schier daran, dass man mit dem Ergebnis immer noch nicht zufrieden sein kann. Also muss noch mehr getan werden, dass die anderen einen schätzen.
Denkt man …
doch vielleicht sollte man sich einmal umschauen, umhören. Vielleicht bewundern, loben und anerkennen andere dich oder deine Leistung ebenso, ohne es dir zu sagen. Doch du denkst an mehr und hängst deine Messlatte noch höher. Bis du rauskippst. Du kannst nicht mehr. Bist so erschöpft, dass du schon überdrehst.

Halte inne – komm zurück – zurück zu dir!
So wie du bist, bist du richtig und das was du kannst und leistest entspricht dir. Ganz genau so ist es richtig!
Du machst das was du kannst so gut du es kannst, besser geht’s nicht!
Dieser Satz entspannt dich, sprich ihn und fühle nach.
Gehe nun in das Gefühl der inneren Ruhe und versuche darin zu bleiben. Du selbst kreierst dein Leben.
Getrieben wirst du nur immer von dir selbst, von deiner Wertvorstellung, deinem Anspruch an dich.
Es ist an der Zeit, dein Denken zu verändern.

Es ist an der Zeit zu lernen, dich selbst zu loben.
Es ist an der Zeit dich nicht mehr an anderen zu messen, sondern zu akzeptieren, dass du deine eigene Geschwindigkeit hast.
Lobe dich für das was du tust, wie du bist.
Vergiss den Satz: ‘Eigenlob stinkt’. Damit ist Größenwahn und Überheblichkeit gemeint.
Hier lobst du nur dein Menschsein. Du lobst dich dafür, wie liebe- und verständnisvoll du mit dir umgehst.
Lobe dich stets und ständig!

Lob entspannt Nerven und Muskulatur.
Kritik spannt an, macht Schmerzen und führt zu Krankheit.
Vergiss nicht:
Du machst das was du kannst so gut du es kannst, besser geht’s nicht!

Ich wünsche dir ein wundervolles, entspanntes Leben!

Von Dagmar Hiller, 5. Juli 2014, 18:30 Uhr