ist ganz einfach:
zwei grosse Handvoll frisch gezupfte Johanniskrautblüten ohne Stiele in ein weites Glasgefäß mit Deckel geben.
Gebrauchte, sauber ausgewaschene Honiggläser sind prima.

Mit einem Holzlöffel werden die Blüten zerstossen, dann gibt man so viel gutes Olivenöl darüber, bis sie etwa 3 cm bedeckt sind. Das Öl muss gären und atmen können, deshalb wird das Glas mit einem Stück Mull abgedeckt, zugebunden und 5 Tage in die pralle Sonne gestellt. Entweder an ein Südfenster oder direkt ins Freie, das Öl sollte viel Sonne bekommen.
Steht das Glas im Freien aufpassen, dass es nicht hineinregnet. Nach 5 Tagen wird der Mull abgenommen, das Glas mit dem Deckel verschlossen und für 6 Wochen weiterhin in die Sonne gestellt.

Sonne ist wichtig, die heilsamen Substanzen entwickeln sich erst durch das Sonnenlicht. Nach etwa 14 Tagen kann man dann nochmals frische Blüten dazugeben, muss aber nicht sein. Das Öl wird in diesen 6 Wochen leuchtend rot. Je mehr Blüten noch dazugegeben werden, umso dunkler die rote Farbe. Die Heilkraft bleibt aber auch mit der Anfangsmenge immer gleich gut. Die Blüten müssen unbedingt vom Öl bedeckt bleiben, sonst schimmeln sie und das Öl ist kaputt.


Text & Fotos Dagmar Hiller

Nach 6 Wochen gebe ich das Öl in ein grosses Stück Mull und drücke die Blüten fest aus. Anschliessend filtere ich das so gewonnene, noch etwas trübe Öl durch einen Kaffeefilter ab. Dazu falte den unteren Filterrand hoch, gebe ich das Papier in ein Sieb, drücke das ganze etwas flach und giesse das Öl langsam, in kleinen Portionen hindurch. Das Filterpapier sollte nicht kippen und das Öl nicht über den Rand laufen, sonst muss man nochmals von vorne beginnen, denn der trübe Satz darf nicht mit ins klare Öl fliessen. In einer dunklen Flasche aufbewahrt, hält es sich etwa ein Jahr.
Johanniskrautöl wirkt äusserlich wundheilend, entzündungshemmend und schmerzlindernd, ist hilfreich bei Neuralgien, Ischias, Hexenschuß und Muskelzerrungen. Innerlich wirkt es kräftigend auf Nerven, Leber, Herz und Kreislauf. Johanniskrautöl sollte in keiner Hausapotheke fehlen.

26. Juli 2016, 19:19 Uhr

ist die Erwartungshaltung und am besten ist, man hat keine.
Um verständlich zu machen wie ich das meine, hier eine kleine Geschichte als Beispiel:
man schreibt einem alten Freund, zu dem man schon lange keinen Kontakt mehr hatte aber gern wieder hätte, einen Geburtstagsgruss. Mit allen lieben guten Wünschen, die man für ihn im Herzen hat. Gleichzeitig hat man in Gedanken die Vorstellung: er geht an den Postkasten, holt die Karte heraus, ist ganz berührt über die Geste und freut sich sehr darüber. Man freut sich auch, an dieser Idee, und wartet gespannt auf eine Rückmeldung.

Nun ist einige Zeit vergangen, die Post müsste längst angekommen sein, nichts passiert. Man hat erwartet, dass da vielleicht ein kleines Dankeschön für’s drandenken kommt. Oder vielleicht ein Anruf, wie: hallo, hab ich mich über diese Überraschung gefreut! Dass du nach all den Jahren an mich gedacht hast, oder Ähnliches. Der Gedanke beim Schreiben war ja, sofort kommt die freudige Reaktion.

Nun ja, denkt man entschuldigend, vielleicht ist der liebe Mensch ja im Urlaub, krank oder sonstwas. Es vergehen viele Tage, es passiert immer noch nichts. So langsam fängt man an sich zu ärgern und das Pflänzchen Enttäuschung wächst: also das finde ich ja nun garnicht gut, aber der war ja schon früher so, das war ja auch ein Grund des Zerwürfnisses … also wirklich, jetzt habe ich ein Kärtchen geschrieben und der sagt nichtmal Danke, so eine Gleichgültigkeit!
So steigert man sich förmlich in die Empörung hinein. Schliesslich hatte man ja eine Art Anerkennung erwartet!


Text & Fotos © Dagmar Hiller

Schön, schön, aber hat man auf die Karte geschrieben: bitte lieber  Freund, melde dich mal wieder, ich würde mich sehr freuen? Nein! Man hat ganz selbstverständlich angenommen, dass der Empfänger Gedanken lesen kann und sich meldet. So, und über was ärgert man sich nun? Über Nichtreaktion und über das ignorieren der gut gemeinten Wünsche?
Ganz schön dumm, oder? Da verbraucht man sehr viel gute Energie für nichts. Denn wenn man ganz objektiv über die Geschichte nachdenkt: man sollte sich doch eher über sich selbst ärgern, über die eigene Erwartungshaltung und die daraus resultierende Enttäuschung. Dass man für etwas, was man ohne Aufforderung getan hat, die Erwartung des Dankes hat. Man hat das Geburtstagskind aber nicht wissen lassen, dass man eine Rückmeldung erwartet.

Woher soll der Empfänger also wissen was man von ihm möchte, wenn man ihm den Wunsch nicht mitteilt. Der Ärger über das vermeintliche Desinteresse des Geburtstagskinds ist also völlig unberechtigt.

Wenn man seinen Mitmenschen nicht sagt was man von ihnen wünscht, können diese es nicht wissen und so auch keine Erwartung erfüllen. Schliesslich kann niemand Gedanken lesen. Und doch setzt man ganz selbstverständlich voraus, dass dem so ist!
Ich finde … wenn man lernt zu sagen was man vom anderen will, ist das Klarheit. Z.B: ich tue dieses für dich und erwarte jenes von dir dafür. Dann kann der andere entscheiden, ob er damit einverstanden ist, er kann zustimmen oder ablehnen. So muss man auch nicht enttäuscht, beleidigt oder verärgert sein, wenn man ungefragt etwas für jemanden tut und der nicht reagiert.

Doch besser ist: wenn man anderen eine Freude machen möchte, sollte man keine Erwartungshaltung auf ein Dankeschön haben und sich einfach freuen, wenn doch eins kommt.

20. Juli 2016, 22:48 Uhr

die schöne Pracht, wenn rosa Blüten spriessen,
wer wollte sich dem Charme entziehen, wenn kleine Bächlein fliessen,
wer schätzt sie nicht, die kühle Brise, wenn warm die Sonne scheint,
wer möchte auf den Duft verzichten, der Ros’ und Flieder zart vereint.


Fotos © Dagmar Hiller

Doch nicht nur schön ist die Natur, sie hat auch andre Seiten,
zeigt ihre Macht mit aller Kraft und lässt die Menschheit leiden.
Wer fürchtet nicht den tobend’ Wind, der ausser Rand und Band,
an Türen und an Fenstern zerrt und raubt uns den Verstand.

Wer fürchtet nicht den kleinen Bach, der wird zum Ungeheuer,
der alles mit sich reisst und dann, wer fürchtet nicht das Feuer.
Es braucht ein kleines Streichholz nur und brennen können Wälder.
Ein einz’ger Hagelschauer kann, vernichten Ernt’ und Felder.

Wer all die Macht noch unterschätzt,
dem zeigt Gott seine Härte.
Ach bitte, geht doch sorgsam um, mit unserer Mutter Erde.
unbekannt

13. Juli 2016, 10:35 Uhr

zwischen Traum und Tag ist die Zeit, in der man seiner Seele besonders nahe ist. Der Moment, wo man noch warm und weich vom Schlaf, etwas wach aber nicht mehr müde ist. Der Moment, in dem man sich Kraft für seinen ganzen Tag abholen kann. Ich geniesse diese Minuten sehr, fühle mich fast schwebend und bin wie in einer anderen Welt.


Fotos & Text © Dagmar Hiller
Ich bin dazu übergegangen, immer nur noch für den gleichen Tag zu bitten. Was macht es für einen Sinn, wenn ich weit voraus erbitte …
nein, immer nur für den Tag, an dem ICH BIN.

Einfach mal ausprobieren, man fühlt sich wunderbar! Kraftvoll, fröhlich und der Moment, in dem sich die Mundwinkel nach oben bewegen und ein leises Lächeln die Lippen umspielt … so schön!

Ganz entspannt liege ich auf dem Rücken, die linke Hand auf dem Solarplex, sehr sanft, ganz behutsam, meine Augen sind geschlossen, der rechte Arm locker an meinem Körper und dann wünsche ich mir:

KRAFT!
Kraft, allem Geschehen des heutigen Tages mit Gelassenheit zu begegnen. Den unangenehmen Dingen ein Lächeln zu schenken, es nimmt den Situationen die Schärfe. Dann bitte ich, dass mein fröhliches Lachen mich den ganzen Tag begleitet …

Und am Abend, bevor ich einschlafe, das Gleiche: die linke Hand auf dem Solarplex, die rechte entspannt am Körper, und dann sage ich aus vollem Herzen einfach nur: Danke!

19. Juni 2016, 15:41 Uhr

ihr Rosen in meinem Garten,

ihr Rosen möget nicht warten
auf eine trautere Stätte
als mir am Herzen;


Fotos © Dagmar Hiller

denn hätte
jedes die Rosen des andern
bei seinem Seligkeitswandern
in längst entschwundenen Tagen
nicht schon am Herzen getragen?
Christian Wagner 1835-1918

18. Juni 2016, 11:53 Uhr