muss man sich hart erarbeiten, MITLEID bekommt man geschenkt.
Wer immer diesen Satz kreiert hat, er entsprang sicher seiner eigenen Erfahrung.

Neid entwickelt sich aus vielerlei Gründen.
Vielleicht, weil man anders ist, denkt, handelt, aussieht oder etwas hat, was der Neider auch gern hätte. Oder man hat ein Händchen dafür, aus dem Nichts etwas zu entwickeln, auch das kann neidisch machen. Was immer der andere hat, bekommt oder gewinnt, man neidet es ihm. Oder andere sind grösser, kleiner, schöner, schlanker … unzufrieden sein mit sich selbst, das weckt den Neid an Anderen.
Missgunst und daraus resultierend üble Nachrede sind übrigens die Geschwister des Neids.

… und der hat was, was ich nicht habe, aber haben WILL!
Das angeblich bessere, reichere und schönere Leben der Anderen …
aber habt ihr schon mal gehört, dass Menschen Neid erwecken, deren Glaube an sich selbst, an eigene Kraft und ihr Durchhaltevermögen so unerschütterlich ist?


Text & Fotos © Dagmar Hiller

Sie werden nicht beneidet, eher bekommen sie MITLEID geschenkt. Weil sie so unabdingbar an sich glauben, sich vertrauen und selbst in schwierigen Situationen noch ein Lächeln für das Leben haben.

Neid erweckt meist das Materielle: “mein Haus, mein Auto, mein Wasweißichwas”.
Was der andere besitzt, er sich vielleicht mühsam zusammen gespart und erarbeitet hat, hat ihn sicher viel viel Zeit, Geduld und Vertrauen in die eigenen Kräfte gekostet.
Das weiß man aber nicht und das interessiert den Neider auch nicht.
Aber das, was der Andere alles besitzt, hätte er auch gern, aber bitte ohne etwas dafür zu tun.
Ein beruflicher Aufstieg … bedeutet auch Verzicht auf Freizeit, Ferien oder Privatleben. Selbst hinter gutem Aussehen stecken harte Arbeit, Selbstverzicht, Disziplin und Ausdauer.
Das sieht der Neider nicht, es interessiert ihn nicht, er sieht nur das Endergebnis und das missgönnt er, seiner Meinung nach ist der Besitz des Anderen unverdient.

In der Praxis erlebe ich Neid meist als mangelndes Selbstwertgefühl. Kein Neider sieht sich selbst. Sieht sein Können, Wissen oder seine positiven Eigenschaften, die er ganz sicher hat, aber nicht wahrhaben will, bzw. nicht erkennen kann. Er erkennt nur die Ungerechtigkeit des Lebens, das ihn vermeintlich vergessen hat und andere bevorzugt.

Es ist nicht einfach für einen neidgeplagten Menschen, den Weg zum Glauben an das eigene, wertvolle Selbst zu finden.
An die Möglichkeit des eigenen Erfolgs zu glauben und sich zu vertrauen.
Doch jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Und ist dieser getan, läuft es sich ganz von selbst.

25. Juni 2017, 21:45 Uhr

wenn man den Wunsch zum stillwerden, sich loslassen und ganz bei sich sein verspürt, dann gibt es viele Wege dorthin. Den hier beschriebenen finde ich persönlich am schönsten und wirksamsten.

So einfach geht er …
schalt gedanklich ab ins “Nichts”, lass so die Hektik hinter dir. Such dir ein ruhiges Plätzchen wo du nicht gestört werden kannst, setz dich bequem hin und schliess deine Augen.

Dann konzentrierst du dich auf deinen Atem, bis er ruhiger wird. Versuch nun zu fühlen …
kühle Luft durch die Nase einatmen bis tief in den Bauch, die warme Luft atmest du durch die Nase aus. Das machst du so lange, bis du spürst wie du über diese Atmung ruhiger wirst.

Vor deinem inneren Auge stellst du dir nun vor, wie der Weg zu dir, zu deinem ICH aussieht. Ist er gerade oder sanft geschwungen – ist er eben oder hat er eine sanfte Steigung – geht er steinig, aber zu erwandern nach oben oder ist er felsig, schroff und fast nicht bezwingbar?


Text & Fotos © Dagmar Hiller

So unendlich viele Möglichkeiten, finde die deine …
mein Rat – bleib ehrlich zu dir selbst, nimm den Weg zu dir wie du bist, nicht den, wie du dich gerne siehst oder darstellst.

Es ist ja nichts Falsches daran zu sich zu stehen, so bist du geworden im Laufe deiner Lebenszeit. Nur, nun stört dich dein Weg vielleicht ein wenig, du hättest ihn gerne anders. Geschmeidiger, lieblicher, kurzum, für dich ertragbarer und einfacher zu finden, den Zugang zur Herzenskammer in deinem Seelenhaus.

Es ist wie mit einem Rezept. Bevor du beginnst, stellst du erstmal die Zutaten zusammen, es sind garnicht so viele …
du brauchst zuerst einmal Zeit.
Zeit, nur für dich.
Dann ist viel Geduld mit dir selbst notwendig. Etwas Verständnis für dein ‘so bin ich’ könntest du auch noch hinzufügen. Und ein grosser Löffel Selbstvertrauen schadet ganz sicher nicht.
Und eine kräftige Messerspitze Egoismus würzt das Ganze.

Anschliessend solltest du diese Zutaten langsam und ganz behutsam auf kleiner Flamme köcheln lassen. Geht alles zu schnell, kocht es zu stark, verlierst du die Kontrolle und all dein guter Wille läuft über. Verdampft und löst sich in Frust auf.
Nichts ist gewonnen, keine Erkenntnis, keine Leichtigkeit, keine Form des Glücks. Nichts – nur Enttäuschung.

Langsamkeit ist das grosse Geheimnis der inneren Ruhe, des Glücks mit sich in seinem ganzen Sein!
Der Zugang zu dir und deiner inneren Freiheit gelingt am besten mit Achtsamkeit, Gelassenheit und loslassen des Wollens, auf deiner Reise zum ICH.
Und siehst du, nun hast du ganz vergessen, was dich noch vor kurzer Zeit so angespannt hat sein lassen. Du hast abschalten können …
ganz einfach und ohne grosse Anstrengung, wie schön!

17. Juni 2017, 16:14 Uhr

wenn es mal wieder so richtig dicke kommt, es mal wieder so eng ist, dass du am liebsten eine Reise zum Mond, Mars oder noch weiter weg buchen würdest …
dann mach eine Pause. Geh ins Freie, setz dich auf eine Wiese, eine Bank oder lehn dich an einen Baum, was gerade da ist.
Ist das nicht möglich dann geh in einen Raum, in dem du eine Zeitlang allein sein kannst. Schalt ab, klink dich aus deinem Alltag aus, schliesse deine Augen und dann stell dir vor: es ist Frühsommer.

Zartblauer Himmel, laue Tagen mit angenehmen Temperaturen, die hellen Abende und gelb leuchtende Löwenzahnwiesen …


Text & Fotos © Dagmar Hiller

die ersten Blüten im Frühjahr, die letzten im Herbst und im Sommer kleine gelbe Strahle-Sonnen, soweit das Auge reicht.
Doch wenn der Löwenzahn dann verblüht ist, sich die dicken weißen Puschel gebildet haben, die Wiesen weißgelbgrau getupft sind, dann erinnere dich an deine Kindertage …
den Stängel ganz vorsichtig abknipsen, sanft pusten … und schon fliegen sie los, hunderte kleiner Fallschirmchen …

und im Moment, während du dies hier liest, laden sie deine Fantasie zu einer Auszeit ein, zu einer fantastischen Reise in die wunderbare Welt des Glücks …

stell dir nun vor du bist winzig klein, kleiner als eins dieser Schirmchen und gerademal so groß, dass du in das Samenkorn hineinpasst und noch bequem darin sitzen kannst.

Und schon geht es los … ein sanfter Lufthauch und dein Samenkorb hebt leicht schaukelnd ab und du fliegst. Sanft getragen vom leichten Wind geht es höher und immer höher … sicher, warm und gut geschützt sitzt du in deinem Körbchen und fühlst dich glücklich …
unter dir wird die Landschaft immer kleiner. Du siehst Felder, Wiesen und Wälder, alles winzig klein wie in einem Spielzeugland.

Das Schirmchen trägt deinen Samenkorb durch die Welt, die du vor deinem inneren Auge siehst und führt dich zu Orten, die du dir schon immer einmal anschauen wolltest.
Mal sinkt ihr ab, dann wird die Landschaft deutlicher, du kannst genauer sehen wo du gerade bist. Dann wieder trägt euch ein Aufwind nach oben, hoch über Baumwipfel oder Gebirge hinweg.
Du kannst steile Hänge erkennen, Spielzeuggemsen springen an den Steilwänden entlang und als Begleiter segelt im Aufwind ein majestätischer Raubvogel neben euch her.

Dann sinkt ihr wieder ab und fliegt dicht über einen glasklaren, grünblauen Bergsee … alles darf geschehen, alles ist erlaubt auf dieser fantastischen Reise.
Du sitzt entspannt in deinem Korb, lässt dir den Wind um die Nase wehen und fühlst dich herrlich. Losgelöst von der Realität erlebst du das Abenteuer, in einem Pusteblumensamenkorb zu sitzen, deiner Seele die Welt zu zeigen und dabei Freude und tiefe Dankbarkeit zu empfinden.

Und wenn du dich gut erholt und genug von deiner Reise hast, landest du wieder im Alltag. Ausgeruht, gelassen und mit einem Lächeln wendest du dich wieder dem zu, was dich gerade beschäftigt.
Und stellst freudig fest, nach dieser kleinen Auszeit geht alles sehr viel leichter.

2. Juni 2017, 16:46 Uhr

sind enorm wichtig, wenn man in einer Krise steckt. Und Krisen … sind im Moment bei so vielen Menschen an der Tagesordnung.

Wohin ich höre, mit wem ich spreche und auch in meinem Leben … kriselt es. Vertrautes bröckelt ab, Geliebtes geht und alles, was einem Halt und Sicherheit gab, löst sich auf und verflüchtigt sich.
Man fühlt sich wie ein hilfloses Blatt im Wind, ein Korken im Ozean und kein Land in Sicht.
Ja, was macht man, wenn man da mittendrin steckt!
Wenn man nicht weiß, wie geht es weiter, kann einem jemand helfen, wie und wohin orientieren …

Auch mich hat es vor einigen Monaten zum dritten Mal in meinem Leben erwischt und diesmal ganz schön heftig. Aber aufgeben … nein. Und vielmals nein!
Da ich da nun schon zweimal durchmusste weiß ich, es geht weiter. Immer. Auch wenn man im Moment denkt, alles hört auf, nichts geht mehr. Und egal was man ankurbelt, egal, wie sehr man sich auch bemüht, jede Aktivität verläuft im Sand. Man bittet um Beistand, doch niemand hört es. Oh doch!
Loslassen, einfach loslassen, alles loslassen!
Sich nicht in der Angst verbeissen, wie gelähmt den Tag vergehen lassen, auf keinen Fall.
Fangt ein neues Hobby an, geht raus in die Natur, macht das, was ihr schon immer mal ausprobieren wolltet …
alles, nur nicht resignieren!

Und dann … die Bitten um Hilfe werden gehört.


Text & Fotos © Dagmar Hiller

Zuerst vernimmt man ein ganz zartes Stimmchen: “hallo, hier bin ich, hörst du mich?” In seiner Verzweiflung versunken nimmt der Mensch es kaum wahr. Dann … ein zweites Stimmchen, genauso leise: “ich bin auch da, ganz nah bei dir, hörst du mich?” Und noch eins, noch eins, ein ganzer Chor!
Irgendwo tief im Innen ist das Gemurmel. Eine kleine Bewegung, kaum wahrnehmbar aber doch zu spüren. Der Mensch hält inne, wird aufmerksam, richtet sich auf, atmet durch und horcht in sich hinein … die Stimmchen werden lauter.
Und jetzt hört der Gerufene hin.
Fragt sich, was ist das, was tut sich, was spür ich da, was wächst in mir, werde ich womöglich jetzt auch noch krank!

Nein, ganz bestimmt nicht!
Die Stimmchen die man hört, das innere Gemurmel das man spürt … es sind die inneren Stimmen, die jeder Mensch schon immer in sich trägt. Und die in diesem Moment, wo man ganz unten ist und denkt jetzt ist alles aus, die Umkehr, die Veränderung, den Aufwärtstrend ankündigen.

Und nun beginnt der Widerstand zu wachsen und man sagt sich: “das kann nicht sein, das war nicht alles, so will ich nicht enden” …
die inneren Stimmchen gehören zum Neubeginn, zur Neuorientierung. Sie sind das Urvertrauen, die Zuversicht und der Glaube an sich selbst. Die braucht es um wachsen zu können, das “ich kann es schaffen” Gefühl.

Dieses Gefühl ist wichtig, wenn es weitergehen soll im Leben. Und es geht ganz sicher weiter, ich weiß das aus eigener Erfahrung! Es geht immer ein Türchen auf. Und zwar genau in dem Moment, wo der innere Widerstand gegen die Krise einsetzt mit dem “nein, das war nicht alles” Gefühl.

Haltet durch, ihr, die diesen Text gerade lest und vielleicht auch in der Veränderung, in der Krise seid. Ihr schafft es, es geht weiter, immer. Nicht wie gewohnt, anders, aber weiter … geht es ganz sicher.
Vielleicht hört ihr es gerade in diesem Moment, das innere Gemurmel. Oder ihr seht ein Licht, oder ihr lest etwas und der Funke springt über, oder ihr begegnet einem für euch wichtigen Menschen, oder es kommt ein Telefonanruf …
Irgendwas geht immer, habt Vertrauen, bleibt in der Zuversicht und lasst euer “ich kann es schaffen” Gefühl wachsen, das Leben lässt euch nicht im Stich!

28. April 2017, 16:41 Uhr

wenn Stress, Hektik, viel Arbeit und wenig Zeit einen drehen lassen, wie den alten Brummkreisel aus Kindertagen, dann braucht man zum Durchhalten innere Ruhe.
Die zu finden ist oft nicht möglich, wenn das Leben um einen herum pulsiert. Ich nehme mir dann für 15 Minuten Auszeit und ziehe mich in mich selbst zurück.
Damit mein Gehirn mir keine Denkstreiche spielt und mich ablenkt, lösche ich jeden aufkommenden Gedanken. Dabei konzentriere ich mich auf die Bauchatmung und stelle mir vor, wie mit jedem tiefen Atemzug mein Kopf freier wird, sich der Nacken entspannt und die hochgezogenen Schultern sich senken.
Schon während dieser Übung lässt die Anspannung merklich nach, die innere Ruhe, die kommt dann mit dem nächsten Schritt.

Nicht weit entfernt von meinem Zuhause, habe ich ein verwunschenes Plätzchen entdeckt. Total versteckt, mit einer verwitterten Bank und fantastischer Aussicht, zum träumen schön. Dort ist es so still, dass man die Stille hören kann …

Wenn nichts mehr geht, alles blockiert und ich fühle, wie meine Energie schwindet und wenn das Wetter es zulässt, dann wandere ich zu meiner Bank und nehme ein “Ruhe-Stille-Frieden-Bad”. Lange sitze ich dann dort, zum loslassen, auftanken und um mich wieder zu finden.


Text & Fotos © Dagmar Hiller

Kann ich nicht persönlich dort sein habe ich gelernt, parallel zum Alltag die Ruhe mit einem inneren Bild in mir stark werden zu lassen. Ich wandere dann mental zu meinem besonderen Ort. Setze mich auf die Bank und versuche mich und die Natur so zu fühlen, als wäre ich real dort. Das geht gut mit einem inneren Bild. Nur am Anfang kippt man gern, weil die Geräusche um einen herum ablenken, die Nase juckt oder man husten muss, oder …
doch mit Geduld und immer wieder neuen Versuchen geht es irgendwann und man kann bei sich bleiben.

Du könntest diese Art des “innere Ruhe aufbauen” ja einmal versuchen, vielleicht machst du ja gleich heute Abend den Anfang? Es gibt so viele friedliche Orte mit stillen, verwunschene Bänken. Hast du noch kein Plätzchen, dann nimm doch eins meiner Bilder, wie diese Bank zum Beispiel …
dann atmest du, wie oben beschrieben und stellst dir vor:

“In meinem Denken und Fühlen sitze ich auf meiner Bank. Ich spüre die warme Lehne an meinem Rücken, ich rieche das Holz. Ein trockener, sonniger Geruch. Von der Sonne aufgeheizt die Sitzfläche, auf der ich mich niedergelassen habe.
Nun lege ich meine Handflächen auf den Sitz, spüre das angewärmte rauhe Holz unter meinen Händen.
Fühle die Ruhe, die ich dadurch aufnehme und die sich auf meinen gesamten Körper überträgt. Spüre, wie Frieden in mir aufsteigt, sich ausbreitet.

In mir ist keine Anspannung mehr … ich fühle nur Ruhe, Stille und Frieden. Alles verwandelt sich nun in Liebe, ich fühle sie so stark in mir. Ich lasse geschehen, lasse mich geschehen, ich spüre mich und grenzenlose Weite …
Ich Bin!”

25. April 2017, 17:44 Uhr