zwischen Traum und Tag ist die Zeit, in der man seiner Seele besonders nahe ist. Der Moment, wo man noch warm und weich vom Schlaf, etwas wach aber nicht mehr müde ist. Der Moment, in dem man sich Kraft für seinen ganzen Tag abholen kann. Ich geniesse diese Minuten sehr, fühle mich fast schwebend und bin wie in einer anderen Welt.


Fotos & Text © Dagmar Hiller
Ich bin dazu übergegangen, immer nur noch für den gleichen Tag zu bitten. Was macht es für einen Sinn, wenn ich weit voraus erbitte …
nein, immer nur für den Tag, an dem ICH BIN.

Einfach mal ausprobieren, man fühlt sich wunderbar! Kraftvoll, fröhlich und der Moment, in dem sich die Mundwinkel nach oben bewegen und ein leises Lächeln die Lippen umspielt … so schön!

Ganz entspannt liege ich auf dem Rücken, die linke Hand auf dem Solarplex, sehr sanft, ganz behutsam, meine Augen sind geschlossen, der rechte Arm locker an meinem Körper und dann wünsche ich mir:

KRAFT!
Kraft, allem Geschehen des heutigen Tages mit Gelassenheit zu begegnen. Den unangenehmen Dingen ein Lächeln zu schenken, es nimmt den Situationen die Schärfe. Dann bitte ich, dass mein fröhliches Lachen mich den ganzen Tag begleitet …

Und am Abend, bevor ich einschlafe, das Gleiche: die linke Hand auf dem Solarplex, die rechte entspannt am Körper, und dann sage ich aus vollem Herzen einfach nur: Danke!

19. Juni 2016, 15:41 Uhr

ihr Rosen in meinem Garten,

ihr Rosen möget nicht warten
auf eine trautere Stätte
als mir am Herzen;


Fotos © Dagmar Hiller

denn hätte
jedes die Rosen des andern
bei seinem Seligkeitswandern
in längst entschwundenen Tagen
nicht schon am Herzen getragen?
Christian Wagner 1835-1918

18. Juni 2016, 11:53 Uhr

vor einem Hollerbusch soll man den Hut ziehen, sagt eine alte Bauernweisheit. Der Strauch ist heilig, unberührbar und der Hausgeist wohnt in ihm. Wer ihn herausreißt oder verletzt, stirbt oder wird krank, sagt der Volksglauben.


Text & Fotos © Dagmar Hiller

In ländlichen Gegenden steht bei alten Gebäuden irgendwo auf dem Grundstück ein Holunderbusch. Oft knorrig und verwachsen, wirkt er magisch, geheimnisvoll und kündet von alten Bräuchen und abergläubischen Ritualen.

So ruft man die Holunderstaude immer noch an, die Muttergottheit in ihrer Entsprechung von Frau Holle oder anderen Namen, um bei Krankheiten oder Unfruchtbarkeit zu helfen.
Man kann ihn angespitzt auch als Werkzeug benutzen, als Federkiel zum Schreiben oder Malen. Früher nahm man den Beerensaft als Haarfärbemittel oder färbte Stoffe damit.

Und im Keller vertrieb der Geruch des Holunders die Mäuse. Das glaube ich gern! Wer einmal Holunderblüten getrocknet hat, weiß wie intensiv das riecht. Ich trinke den HolunderblütenTee, Ziehzeit zwischen 3 und 5 Minuten, gern am Abend zur Entspannung.
Er schmeckt leicht süsslich und hat ein feines Heu-Aroma, riecht oder schmeckt überhaupt nicht so unangenehm wie beim trocknen. Aus den frischen Dolden mache ich Holunderblüten-Gelee, schmeckt fantastisch!

Mein Rezept:
1 L klarer Apfelsaft
ca. 10 Dolden Holunderblüten
1 Zimtstange
2 Sternanis
1 ungespritze Zitrone, mit Schale in Scheiben geschnitten

Man stellt den abgedeckten Topf  zum Durchziehen 2 Tage in einen kalten Raum. Seiht den Holunder durch und kocht den Saft mit Zimtstange, Sternanis und Gelierzucker nach PackungsAngabe.
Vorsicht, schäumt sehr stark auf.

Wenn man ein paar abgezupfte Blüten ins Glas gibt, hat man nicht nur etwas für den Magen sondern auch für’s Auge …

13. Juni 2016, 18:41 Uhr

jetzt blüht er wieder, der Waldmeister, bevorzugt in Buchen- oder Buchenmischwäldern. In diesem Jahr ist er hier auf der Alb ziemlich spät dran, das Wetter war zu schlecht.

Die Pflanze hat etwas Verletzliches finde ich, sie wirkt so zart und fein, wie eine Waldelfe. Doch getrocknet duftet sie sehr intensiv und den feinen Geschmack kennt fast jeder. Aus Kindertagen das Waldmeister-Brausepulver oder Berliner Weiße mit Waldmeistergeschmack, auch sehr bekannt. Das Cumarin entwickelt sich übrigens erst beim Trocknen, frisch riecht das Kraut eigentlich nur grün.

Als erfrischendes Getränk ist Waldmeisterbowle zum Maifest der Start in den Sommer,  es passt wunderbar zu den ersten lauen Abenden, die man im Freien verbringen kann.
Das erste Rezept für die Maibowle wurde von Wandalbertus, einem Benediktinermönch, im Jahr 854 bekannt gemacht. Er dichtete: ‘Schütte den perlenden Wein, auf das Waldmeisterlein’. Schön, oder?


Text & Fotos © Dagmar Hiller

Für die Bowle sammelt man den Waldmeister vor der Blüte. Für einen Tee mit Blüten. Ich finde, wenn man ihn morgens plückt, duftet er intensiver. Da beides miteinander zur gleichen Zeit wächst, ist das getrennte sammeln recht einfach. Der Unterschied ist auch leicht zu erkennen, abgeblühte Pflanzen haben an der Spitze kleine Stielchen, das Kraut ohne Blütenansatz ist an der Spitze wie zusammengefaltet.

Hier ist mein Maibowlen Rezept:
ein mittlerer Strauss Waldmeister ohne Blüte, morgens gesammelt.
Kopfüber aufhängen und bis zum Abend trocknen lassen.
2 Esslöffel Zucker,
Eine Flasche trockenen Weißwein,
Eine Flasche Cremant oder trockenen Sekt.

Das Sträusschen hängt man in das Bowlegefäss, giesst den kalten Wein darüber und lässt das Ganze im Kühlschrank etwa 2 Stunden ziehen.
Den Zucker in etwas heißem Wasser auflösen, mit der Bowle vermischen und den eiskalten Sekt darüber giessen.
Und geniessen …

Wer keinen Alkohol mag:
anstatt Wein nimmt man die gleiche Menge weißen Trauben- oder klaren Apfelsaft, lässt das ebenfalls längere Zeit ziehen, gibt eine Prise Zimt dazu und giesst mit Mineralwasser auf.

Waldmeister ist auch eine alte Heilpflanze, sie  wirkt stärkend für die Nerven und bringt guten Schlaf. Für den Tee bindet man kleine Sträusschen mit Blüten dran, hängt sie kopfüber auf und lässt sie in einer schattigen Ecke trocknen. Das geht recht schnell, wenn das Kraut knistert ist es ganz trocken. Dann kann man es kleinschneiden und in Papiertüten dunkel lagern.

Für den Tee nimmt man 1 TL getrocknetes Waldmeisterkraut, und setzt es in einer Tasse kaltem Wasser an, 8 Stunden ziehen lassen und dann abseihen. Direkt vor dem Schlafengehen trinken.

Motten mögen keinen Waldmeister, sie nehmen vor dem Duft Reißaus. Den Waldmeister wie oben beschrieben trocknen, mit oder ohne  Blüten.
Wenn das Kraut trocken ist kleinschneiden, in kleine Säckchen füllen und in den Schrank hängen.
Wer den feinen Heugeruch gemähter Wiesen mag, wird Waldmeister lieben …

7. Juni 2016, 22:20 Uhr

hab’ Vertrauen, hab’ Mut, hab’ Zuversicht … das Leben hat dich nicht vergessen …
da gibt es einen wunderschönen Satz, an den ich in verzweifelten Momenten immer wieder gedacht habe: “immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her”.

Und das Licht am Horizont leuchtet für jeden von uns, die Geistige Welt und ihre Helfer sorgen dafür. Vertraue und sieh hin, dort hinten leuchtet es, auch für dich. Siehst du es? Dort ist es, dein ZuversichtsLichtlein.

Ich habe solch schwere Zeiten auch erlebt, war verzweifelt, hatte Angst, grosse Angst. Saß in einem Loch und dachte, da komme ich nie mehr raus. In einer so verzweifelten Lage sollte man nicht alles glauben, was man denkt, es kommt nur wenig Positives dabei heraus. So meine Erfahrung. Meine innere Stimme, der ich vertraut habe, die mir immer Halt gab und mich aufgebaut hat, sie schwieg. Nichts mehr war da, nur Leere und die Angst.


Text & Fotos © Dagmar Hiller

Doch dann, als es am Dunkelsten in mir und um mich herum war … gab es diesen Zufall, den es eigentlich nicht gibt. Ich bekam eine Chance, sah meine Zukunft ganz klar vor mir, fasste wieder Selbstvertrauen und meine innere Stimme war wieder zu hören. Der Zufall … das Göttliche Dankeschön fürs Durchhalten, so denke ich. Denn plötzlich, wie von Zauberhand geht das Leben weiter.
Menschen reichen dir ihre Hand, greif zu. Hab Vertrauen zu dir, zum Leben, es wird auch bei dir so sein, glaube daran, ganz fest.

3. Juni 2016, 17:25 Uhr