Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus;
alles fällt in Sinnen.


Foto: © Dagmar Hiller

Leiser wird die Hand, der Mund,
stiller die Geberde.
Heimlich, wie auf Meeresgrund,
träumen Mensch und Erde.
Christian Morgenstern 1871-1914

Von Dagmar Hiller, 22. November 2014, 11:36 Uhr

es gibt Menschen, die tun sich sehr schwer zu vertrauen.
Meistens sind schlechte Erfahrungen wie Demütigung, Herabsetzung oder Kränkung die Ursache. Sie haben als Selbstschutz gelernt, sich aufgrund dieser Erlebnisse zu verschliessen. Still und ängstlich sind sie geworden, misstrauisch und verschlossen, sie lassen keinen an sich heran. Sie können sich niemand öffnen, oft vertrauen sie nicht einmal ihrem engsten Familienkreis.
Nicht, weil sie nicht wollen. Nein, weil sie nicht können. Sie haben verlernt offen zu sein. Sie rechnen bei jeder Begegnung hintergangen zu werden, erwarten vermeintliche Angriffe.

Doch immer wieder bekommen sie eine Chance. Eine helfende Hand die ihnen entgegengestreckt wird, eine Geste der Freundschaft. Doch der Mensch kann nicht darauf reagieren, er ist nicht in der Lage, all das zu erkennen. Durch sein Seelenfenster das verschlossen wurde, fällt kein Lichtschein mehr.

Und doch lässt sich dieses Fenster öffnen. Zuerst ist ein kleiner Spalt zu sehen und dann, irgendwann … ist das Fenster ganz weit offen und die Seele wird mit strahlendem Sonnenschein durchflutet. Es geht, wenn der Mensch lernt zu vertrauen. Doch beginnen muss er bei sich. Er muss lernen, auf sich zu vertrauen.

Immer wieder bekomme ich Menschen geschickt, die dieses Schicksal tragen müssen, es aber so nicht wollen.
Ihnen zu helfen sich zu öffnen, ist ein schwieriger Weg. Denn auch mir misstrauen sie. Sie haben eine unglaubliche Angst, verletzt oder hintergangen zu werden. Doch es geht, sie lernen gute Erfahrungen zu machen. Es geht langsam, in winzigen Schrittchen, aber es geht.

Man muss wissen: so jemand, wird niemals ein sehr offener Mensch sein können, er wird immer zurückhaltend bleiben, immer beobachtend. Kommt ihm jemand zu nahe, zieht er sich sofort zurück.


Fotos: © Dagmar Hiller

Ich vergleiche das mit einer HäuschenSchnecke. Tippt man an einen der Fühler … schwupps, ist sie im Haus verschwunden. Doch wenn man wartet, Geduld hat und ruhig bleibt, kommt sie langsam, ganz langsam wieder hervor und bewegt sich weiter.

So ist es auch, wenn man einem Menschen begegnet, der extrem misstrauisch ist. Man braucht sehr viel Geduld und Verständnis für ihn. Denn beim leisesten Misston zieht er sich zurück. Doch dann … nicht abwenden, bitte warten … vorsichtig und langsam kommt er wieder zurück. Wenn man dann gelassen und neutral mit ihm umgeht, lernt er mit der Zeit, Vertrauen zu fassen.
Das Misstrauen wird schwächer oder lässt sogar ganz nach, und man hat einer empfindsamen Seele wieder auf ihren Lebensweg geholfen.
Eine wunderbare Erfahrung für beide Seiten, dem Hilfesuchenden und dem Helfer.

Von Dagmar Hiller, 19. November 2014, 12:51 Uhr

es ist mitunter,
als wären alle Fäden abgeschnitten…
als wäre alles um dich her
weitab und leer,
ein toter Raum,

und du dir selbst ein fremder Traum…

…als käme nie die Sonne wieder,
als klänge nie ein Lied mehr durch,
als höre alles langsam auf…


Fotos: © Dagmar Hiller

und plötzlich flimmert’s durch die Wolken
und plötzlich trifft ein Klang ans Ohr
und leise fliegt auf goldenem Flügel
ein Schmetterling am Weg empor!
Cäsar Flaischlen 1864-1920

Von Dagmar Hiller, 14. November 2014, 14:13 Uhr

hat sicher jeder Mensch in seiner geheimsten Seelenecke.
Wünsche, Visionen, Ziele, Sehnsüchte … wie schön, sie könnten wahr werden!

Wie das geht? Vielleicht so, wie ich es mache.
Entweder ich nehme eine Idee aus der Vergangenheit, die ich gerne verwirklicht hätte. Oder ich suche mir ein Stück Zukunft, meinen Möglichkeiten entsprechend.
Schliesse dann die Augen und visualisiere es in die Realität.

Wie in einem Film stelle ich mir die Entwicklung vor. Wie ich genau dieses erträumte, erwünschte auf den Weg bringe. Ich sehe mich, wie ich mich darüber freue, wenn es erreicht ist.
Dabei versuche ich das innere Glück, die Zufriedenheit zu fühlen und oft habe ich dabei die besten weiterführenden Ideen und … sie haben durchaus die Chance, zur Realität zu werden.
Am ‘Heilenden Nachmittag’ kann man das übrigens lernen, ich leite die Teilnehmer auf diesen Weg.

Doch eines sollte man beim Visualisieren nicht vergessen … die kleinen Dinge sind es, die wirklich zufrieden machen. Weil sie geschehen können und nicht utopisch bleiben!


Fotos: © Dagmar Hiller

Träume habe ich immer, aber ich erzwinge sie nicht, ich lasse sie frei. Wenn sie sich erfüllen, freut es mich. Tun sie es nicht … nun, dann ist es wohl noch nicht an der Zeit.
Es heißt: nimm dir Zeit zu träumen, es ist der Weg zu den Sternen.
Schau nach oben in einer klaren Nacht, da oben funkeln deine Träume …

Von Dagmar Hiller, 8. November 2014, 18:20 Uhr

in einem Weiher klar und rein
lag auf dem Grund ein dicker Stein.
Er blickte mißvergnügt empor
und seufzte: warum darf’ nicht sein,
dass ich einmal aus meiner Tiefe
auftauchen kann zum Spiegelschein
der Oberfläche über mir?

Ist keiner, der mich kann befrei’n?
Dort oben schimmerts bunt und licht,
ich aber liege tief, verlassen und allein.
Zur gleichen Zeit, mittags um zwein,
schwirrt überm Teich im Sonnenschein
eine Libelle blau und leicht
und sieht tief unter sich den Stein.


Fotos: © Dagmar Hiller

Ach, seufzt sie, als sie ihn erspäht,
wie oberflächlich muß ich sein,
nie kann ich ruh’n in seiner Tiefe,
nie kann ich sein mit mir allein,
könnt ich hinuntertauchen doch,
o, wär es mir vergönnt, der dicke Stein zu sein!

Und die Moral? Wie ihr wohl wisst:
das Glück ist dort, wo du nicht bist.
Drum ist’s auch Glück, sich zu bescheiden,
schon weil die Andern dich beneiden.
Arthur Koetz 1896-1953

Von Dagmar Hiller, 3. November 2014, 17:59 Uhr