ein Lächeln kostet nichts, aber es gibt viel.
Es macht den reich, der es bekommt, ohne den der es gibt,
ärmer zu machen.
Es dauert nur einen Augenblick, aber die Erinnerung bleibt -
manchmal für immer.

Niemand ist so reich, dass er ohne es auskommen kann
und niemand so arm, dass er nicht durch ein Lächeln reicher
gemacht werden könnte.
Ein Lächeln bringt Glück ins Haus, fördert den guten Willen
im Geschäft und ist ein Zeichen für Freundschaft.


Fotos: © Dagmar Hiller

Es gibt dem Erschöpften Ruh, dem Mutlosen Hoffnung,
dem Traurigen Sonnenschein und
es ist der Natur bestes Mittel gegen Ärger.
Man kann es nicht kaufen, nicht erbetteln, leihen oder stehlen,
denn es ist so lange wertlos, bis es wirklich gegeben wird.

Manche Leute sind zu müde, dir ein Lächeln zu
geben. Schenke ihnen deines, denn niemand braucht ein Lächeln
nötiger als jener, der keines mehr zu geben hat.
Gedicht eines unbekannten Autors des 17. Jahrhunderts

Von Dagmar Hiller, 30. August 2015, 17:15 Uhr

Buddha sagt, das Glück bestehe darin, dem andern soviel Gutes als möglich zu tun.


Foto: © Dagmar Hiller

Bei oberflächlicher Betrachtung erscheint einem das sonderbar.
Und doch ist es so.
Glück ist nur möglich unter der Bedingung, daß man sich von allem persönlichen egoistischen Glück lossagt.
Leo Tolstoi 1828-1910

Von Dagmar Hiller, 23. August 2015, 12:02 Uhr

Nun, geschmückt mit bunten Kränzen
bei der Abendsonne glänzen,
unter Jauchzen und Gesang
schwankt der letzte Erntewagen,
drauf die goldnen Garben ragen,
seinen Weg zum Dorf entlang.


Fotos. © Dagmar Hiller

Von den Feldern ist geschwunden,
in den Scheuern liegt gebunden
nun des Sommers Goldgewinn,
und ein Hauch von Herbstesahnung
weht wie eine leise Mahnung
über leere Stoppeln hin.

Aber heimlich reift die Traube,
und versteckt im grünen Laube
goldner Früchte süsse Last.
Bald nun, nach des Frühlings Blühen
und der Sommersonne Glühen,
ladet uns der Herbst zu Gast.
Heinrich Seidel 1842-1906

Von Dagmar Hiller, 21. August 2015, 10:24 Uhr

in vielen Kriegsberichten hört man von einem merkwürdigen Phänomen. Im Sommer, der auf das Ende eines Krieges folgte, wuchsen auf den ehemaligen Schlachtfeldern Unmengen roter Blumen. Auch nach dem ersten Weltkrieg färbten sich viele Gebiete, in denen während des schrecklichen Laufgrabenkrieges Millionen Opfer fielen, rot.


Fotos: © Dagmar Hiller

Man erzählt, dass in jedem Klatschmohn die Seele eines gefallenen Soldaten lebt. Das Einzige was wuchs bei den ausgehöhlten Laufgräben im ‚Niemandsland’ von Belgien war der Klatschmohn. Es schien wie unzählige Tropfen roten Blutes auf dem Schlachtfeld.
So ist der Klatschmohn das Symbol des ersten Weltkriegs geworden. In Amerika, England und Kanada ist am 11. November der alljährliche Gedenktag, der ‚Poppy Day’ (Klatschmohntag) an dem Menschen einen Klatschmohnanstecker am Revers tragen.
In Belgien wird Klatschmohn auf die Kriegsgräber gelegt.
Mit dem Erwerb und Verkaufs der Blumen wurden die Angehörigen der Gefallenen unterstützt.

Hier nun die Geschichte wie der Klatschmohn zu seinem Namen kam,
recherchiert und erzählt von Els Baars

Monika war eine Hebamme die bei Wind und Wetter den gebärenden Frauen in der weiten Umgebung beistand. Sie wurde überall mit großem Respekt behandelt und gerühmt wegen ihrer Weisheit und Ruhe. Dem verdankte sie auch ihren Beinamen Monika, die Weise.

Eines nachts half sie bei der Geburt eines Kindes das viel zu früh geboren wurde. Das Neugeborene, das kaum größer war als eine Faust, öffnete für einen winzigen Augenblick die Augen und kehrte danach zurück in die Welt der schwebenden Seelen.
Doch Monika hatte die Nachricht in den Augen des Kindes gelesen.

Darum wunderte sie sich nicht als sie auf dem Weg nach Hause ihrer großen Liebe begegnete: Dem gutaussehenden Filip Klatsch. Es war Liebe auf den ersten Blick, und sie erlebten eine Zeit des unendlichen Glücks. Sie nannte ihn ‚mein Prinz’ und er gab ihr den Kosenamen ‚Möhnchen’. Doch leider war ihr Glück nur von kurzer Dauer. Sieben Monate nach ihrer ersten Begegnung nahm Filip Abschied von seinem Möhnchen mit dem Versprechen, sie immer in seinem Herzen zu tragen. Soldat Klatsch zog in den Krieg, in die Laufgräben des ersten Weltkrieges. Er kehrte nie wieder zurück.

Nachdem der Krieg zu Ende war, reiste Monika mit ihrer Tochter Mona in das Dorf in dem Filip, der Vater den Mona nie gekannt hatte, gefallen war. Verwundert sah sie sich um. Sie sah, dass die Felder in denen die Soldaten jahrelang in moderigen Laufgräben gelegen hatten, und in denen viele ihr Leben gelassen hatten, rot waren. Die Felder waren gefärbt durch knallrote Blumen mit einem schwarzen Herzen, als ob sie das Blut und das Leiden der gefallenen Soldaten aufgesaugt hätten.

Monika erkannte das Filip sie niemals vergessen hatte, und ihr seine Liebe mit einem Meer knallroter Blumen zeigte.
Die großen Blumen, die nur einen Tag aufleuchten, hatten die Farbe von Filips Blut das er im Bruderstreit zwischen den europäischen Ländern gegeben hatte. Das Herz der Blume war schwarz wie das durch den Krieg verwüstete Land und schwarz vom Kummer im Herzen seiner trauernden Geliebten.
Die Tochter von Filip und Monika sprang über die Felder voller roter Blumen. Sie pflückte einen großen Strauß und gab ihn ihrer Mutter.
‚Mama, warum weinst du?’ fragte sie. Monika antwortete: ‚Meine liebes Kind, diese Blumen sind eine Liebeserklärung von Papa an dich und mich. Papa nannte mich sein Möhnchen und du bist meine Mona.
Darum nenne ich diese Blumen nach deinem Vater: ‚Klatschmohn.’
© http://naturmärchen.de

Von Dagmar Hiller, 18. August 2015, 11:14 Uhr

heute habe ich ihn wieder gesehen, den Rotmilan. Gelassen zog er über mir seine Kreise…

Gelassenes Tun, wie selten denkt man daran und vielen von uns fehlt sie, die Gelassenheit. Immer nur: keine Zeit!
Ich finde es so schön friedlich dem Vogel zuzuschauen… sein geschmeidiger Flug, das Gleiten, es wirkt auf mich losgelöst und im Einklang mit sich selbst sein.
Wie er die gespreizten Schwanzfedern zum Steuern in den Luftströmungen bewegt, wie sie sich drehen um die Aufwinde zu fangen, faszinierend.

Vielleicht ist euch schon einmal aufgefallen… Vögel fliegen immer zu einem Ziel, grosse Raubvögel schweben und gleiten.
Kann ein Vogel eigentlich denken? Ich weiß es nicht. Könnte er es, wäre sein Gedanke sicher: welch eine Eile bei den Zweibeinern dort unten…


Fotos & Text: © Dagmar Hiller

während ich zuschaue denke ich, das möchte ich auch einmal erleben. So durch die Lüfte gleiten wie dieser Rotmilan. Das geht sicher, überlegte ich, in einer stillen, gelebten Meditation. Und schon beginne ich mit meiner Flugstunde …
und mit dieser Atemübung komme ich schnell in die innere Ruhe:
Atme kühle Luft durch die Nase ein, bis tief in deinen Bauch – kurz die Luft anhalten – ausatmen. Die angewärmte Luft geht wieder zurück durch die Nase.
Jetzt spürst du ihn, den ruhigen Kreislauf deines Atem. Und mit jedem Atemzug fühlst du deine innere Gelassenheit wachsen. Ein gutes Gefühl.

Und nun stellst dir vor deinem inneren Auge diesen wunderbaren Vogel vor. Atme ruhig und fliessend weiter, in deinem eigenen Rhytmus.
Jetzt gehst du eine Stufe weiter und visualisierst, du wärst dieser Vogel. Siehst du dich? Fühlst du dich schon? Spürst du deine schön geordneten Federn? Schicht um Schicht bedecken sie Brust und Bauch. Seidig weich, glatt und undurchdringlich schützen sie deinen Körper vor Hitze, Sturm und Regen.
Fühlst du die festen Schwungfedern an deinen Flügeln? Damit du gut im Wind gleiten und jede Strömung ausnutzen kannst, sind sie biegsam und kräftig.
Jetzt – gleich – in diesem Moment geschieht es…

mit dem nächsten ausatmen stößt du dich mit deinen starken Krallen ab.
Hoch, noch höher … in den Himmel, der Sonne entgegen. Hörst du wie es raschelt, während du die Flügel ausbreitest und der Wind hindurch zieht? Jetzt gleitest du, hörst die Luft sirren, fühlst den Wind im Gesicht.
Du schwebst, ziehst langsam deine Kreise. Fühle… das Leben, deine Freiheit: fühle DICH!
Losgelöst vom hier und jetzt.

Von Dagmar Hiller, 9. August 2015, 15:08 Uhr