ihr sollt nicht eure Flügel falten,
damit ihr durch Türen kommt,
noch eure Köpfe beugen,
damit sie nicht gegen eine Decke stoßen,
noch Angst haben zu atmen,
damit die Mauern nicht bersten und einstürzen.

Ihr sollt nicht in Gräbern wohnen,
die von den Toten für die Lebenden gemacht sind.
Und obwohl von Pracht und Glanz,
sollte euer Haus weder euer Geheimnis hüten,
noch eure Sehnsucht beherbergen.


Fotos: © Dagmar Hiller

Denn was grenzenlos in euch ist,
wohnt im Palast des Himmels,
dessen Tor der Morgennebel ist und dessen
Fenster die Lieder und die Stille der Nacht sind.
Khalil Gibran 1883-1931

Von Dagmar Hiller, 26. September 2014, 18:33 Uhr

ihr singt von schönen Frühlingstagen,
von Blütenduft und Sonnenschein,
ich will nichts nach dem Frühling fragen,
nein Sommer, Sommer muss es sein.


Fotos: © Dagmar Hiller

Wo alles drängt und sich bereitet
auf einen goldnen Erntetag,
wo jede Frucht sich schwellt und weitet
und schenkt, was Süßes in ihr lag.

Auch ich bin eine herbe, harte,
bin eine Frucht, die langsam reift.
O Glut des Sommers, komm! Ich warte,
dass mich dein heißer Atem streift.
Gustav Falke 1853-1916

Von Dagmar Hiller, 17. September 2014, 16:22 Uhr

wahre Liebe kann ja alles,
kann den hohen Himmel stürmen,
und die Sterne niederreißen,
kann im Tal Gebirge türmen.


Foto: © Dagmar Hiller

Sie kann Todeswunden schlagen,
sie kann Todeswunden heilen;
aber niemals wird sie lernen:
was sie liebt mit andern teilen.
Emil Claar 1842-1930

Von Dagmar Hiller, 13. September 2014, 17:57 Uhr

mit kleinen Ritualen der Freundlichkeit sollte man seine Mitmenschen beglücken, hörte ich neulich in einer Radiosendung.
Das, finde ich, ist eine schöne Idee. Doch wieso nicht bei sich den Anfang machen, ein jeder hat doch eine kleine Aufmerksamkeit verdient.
Und wenn man bei sich selbst beginnt, schenkt man sich schon frühmorgens ein Lächeln, der Seele Freundlichkeit und dem Tag die gute Laune!


Fotos: © Dagmar Hiller

Vielleicht könnte man mit sich ein kleines Frühstück zelebrieren, wenn man sonst im Vorbeirennen nur einen Schluck Kaffee nimmt und dann aus dem Haus stürzt.
Da könnte man ja am Abend schon alles vorbereiten. Setzt sich am kommenden Morgen an den Tisch und geniesst sein Frühstücksgetränk mal nicht im Stehen, sondern im Sitzen.
Ja, geniessen!
Schluck für Schluck, ganz langsam und bewusst. Auf der Zunge zergehen lassen, spüren wie es die Kehle hinunterrinnt, wie es im Magen ankommt und sich das Wohlfühlen ausbreitet.
Hört sich das nicht fantastisch an? Ein kleines Ritual der Freundlchkeit für sich und seinen Magen!
Kaffee oder Tee schmecken sicher so noch viel besser und der Tag beginnt viel entspannter.

Und dann, unterwegs, am nächsten Blumenladen anhalten, zwei Blümchen kaufen und zum Job gehen.
Eins der Blümchen für den eigenen Schreibtisch und das andere … einer  Kollegin oder einem Kollegen schenken.
Einfach so, ohne Worte und mit einem netten Lächeln überreichen, als ein kleines Ritual der Freundlichkeit.

Zuerst kommt ein überraschtes Schauen und dann … geht in diesem Menschen die Sonne auf :-D
Ich wünsche einen wunderbaren Tag!

Von Dagmar Hiller, 9. September 2014, 15:48 Uhr

ist die Zeit, in der man seiner Seele besonders nahe ist. Der Moment, wo man noch warm und weich vom Schlaf, etwas wach aber nicht mehr müde ist. Der Moment, in dem man sich Kraft für seinen ganzen Tag abholen kann. Ich geniesse diese Minuten sehr, fühle mich fast schwebend und wie in einer anderen Welt.


Fotos: © Dagmar Hiller

Ich bin dazu übergegangen, immer nur noch für den gleichen Tag zu bitten. Was macht es für einen Sinn, wenn ich weit voraus erbitte …
nein, immer nur für den Tag, an dem ICH BIN.

Einfach mal ausprobieren, man fühlt sich wunderbar! Kraftvoll, fröhlich und der Moment, in dem sich die Mundwinkel nach oben bewegen und ein leises Lächeln die Lippen umspielt … so schön!

Ganz entspannt liege ich auf dem Rücken, die linke Hand auf dem Solarplex, sehr sanft, ganz behutsam, meine Augen sind geschlossen, der rechte Arm locker an meinem Körper und dann wünsche ich mir:

KRAFT!
Kraft, allem Geschehen des heutigen Tages mit Gelassenheit zu begegnen. Den unangenehmen Dingen ein Lächeln zu schenken, es nimmt den Situationen die Schärfe. Dann bitte ich, dass mein fröhliches Lachen mich den ganzen Tag begleitet …

Und am Abend, bevor ich einschlafe, das Gleiche: die linke Hand auf dem Solarplex, die rechte entspannt am Körper, und dann sage ich aus vollem Herzen einfach nur: Danke!

Von Dagmar Hiller, 4. September 2014, 17:36 Uhr